Sonntag, 2. Oktober 2016

Wochenende in Bildern l 1./2. Okt 2016

Kinders bin ich platt. Der September ist in unserem Haus ja eher voller Feierei. Mein Geburtstag gefolgt vom Geburtstag des Liebsten und zu guter Letzt noch der Zwergen-Geburtstag. Letzteren galt es am SAMSTAG noch mit den Zwergen-Freunden zu feiern. 

Es soll ja Mütter geben, die sich total auf Kindergeburtstage freuen (glaub ich zumindest). Mit diesen (eventuell nur in meiner Phantasie existenten Müttern) messe ich mich seit inzwischen fünf Jahren. Diese Mütter finden Kinder toll. Viele Kinder noch toller. Und sie navigieren diese Kinderhorde streitlos und voller Leichtigkeit durch den Geburtstags-Nachmittag, nach dem jedes Kind (außer den ihren) mit einem Strahlen in den Augen den Ort des Geschehens verlässt. 
Ich persönlich mag die Freunde vom Zwerg ja sehr gern. Einzeln. Alle auf einmal - nun, wie soll ich sagen - also - auf jeden Fall sind sie laut! Sehr laut. Und sie brauchen ständig Hilfe bei irgendwas. Alle! Gleichzeitig! Und sie wollen fast immer unterschiedliche Sachen die nicht unbedingt zusammen passen. 
Und das wäre sicher alles nur halb so wild, hätten wir da nicht ein sechs Monate altes Baby, das nachmittags zwischen 3 und 6 Uhr gern mal schläft - oder zumindest Ruhe haben möchte - also auch nicht absolute Stille, aber irgendwas, was weniger laut ist als 8 Kinder zwischen 4 und 6.
Also alles in allem kann ich sagen, ich mag an Kindergeburtstagen das Dekorieren und das Backen und das Spiele ausdenken und das Bastel-Material-Besorgen und die Vorfreude in den Augen meines Sohnes. Also dekoriere ich und besorge und backe und stecke in alles ganz viel Liebe und hoffe, dass die Liebe auf die Kinder übergeht und sie sich nicht streiten und nicht heulen und bei den angebotenen Spielen mitmachen und ein wenig Spaß haben... denn mit der Stimmung der Kinder steht und fällt der Geburtstag!


Laut Plan hätte die Sause in einem kleinen Häuschen mit Spielplatz-Anschluss steigen sollen. Aber bei 16 Grad und Regen mussten wir unseren Plan knicken und spontan die Feier in unserer Butze schmeißen. Und die sah nicht ganz so nach "Leute reinlassen" aus. Also erst mal klar Schiff machen. Und während ich das Baby schaukele, damit der Liebste die komplette Schatzsuche (wegen des Location-Wechsels) noch mal umschreiben kann und gleichzeitig die Wohnung dekoriere und dem Geburtstagskuchen den letzten Schliff verpasse, wartet der Zwerg und wartet und wartet. Zum Knutschen.

Irgendwann ist es endlich/schon halb drei und die Zwergen-Freunde trudeln einer nach dem anderen ein. Geschenkpapierfetzen, leuchtende Augen, Gekreische - alles wie es sein soll! Zuerst verfüttern wir den Kuchen an die Bande - also zumindest teilweise - der Zwerg will irgendwie lieber Lego bauen?!? Dann scheucht der Liebste sie frisch gestärkt die Treppe runter und wieder rauf und macht Dosen werfen und Brezeln angeln und das alles im Rahmen der improvisierten Schatzsuche. Inzwischen baue ich - mit Baby in der Trage - die Kuchentafel zu Basteltafel um.

Ich kann Euch kaum mit Worten beschreiben, wie glücklich es mich gemacht hat, zu sehen, dass 4 Jungs und 4 Mädchen gleichzeitig an einem Tisch sitzen und Kronen mit Glitzer-Steinen bekleben (ja, auch die Jungs) und Schwerter bemalen (ja, auch die Mädchen) und die mit Glitzer-Steinen verzieren. Mein persönlicher Mega-Glücks-Moment war allerdings, als ich bemerkte, dass jeder der Jungs auch rosa und lila Steine verarbeitet hat und das ohne einen einzigen Kommentar zum Thema Mädchenfarben! 
Danach turnten 8 kleine Königskinder durchs Haus, ich angelte Helium-gefüllte Ballons von der Decke, knotete sie an Handgelenke, füllte Becher mit Schorle, suchte Schwerter, reichte Gummibärchen, entwirrte Knoten, knüpfte neue, angelte Luftballons, erklärte Spielregeln, füllte Becher, ... das alles mehr oder minder gleichzeitig. Inzwischen kümmerte sich der Liebste in der Küche um Baby und Würstchen. In mir keimte zusehens der Wunsch nach einem Klon oder zumindest 2-3 zusätzlichen Armen und spätestens als die Frage nach weiteren Party-Spielen laut wurde, musste ich mich schon ein wenig zusammenreißen, um nicht in hysterisches Lachen auszubrechen. Dann war es 6 Uhr, die Eltern trudelten nach und nach ein, ich drückte jedem Elternteil, der wollte ein Glas Sekt in die Hand und stieß mit den nettesten unter ihnen auf mein Überleben eines Kindergeburtstags an. Der Rest des Abend war Räumen und Stillen.

SONNTAG:

Das tollste Baby aller Zeiten schläft bis kurz vor 9 Uhr. Kaffee, ein wenig Rest-Kuchen knabbern. Rumräumen und mit dem Zwerg das neue Quartett ausprobieren.

Dann müssen wir dringen mal ein wenig auslüftet und zwingen den Zwerg, fern von seiner ???-CD und seinem Lego, Zeit mit seinem Bruder und seinen Eltern zu verbringen. Widerwille wird spätestens, als wir den fabelhaften neuen Spielplatz an der Behmstraße erreicht haben zu purer Begeisterung. Es wird gerutscht, geklettert und getobt. Ich mache mit (nachdem ich mich davon erholt habe, dass da schon wieder Wikinger sind - davon hatte ich gestern eigentlich genug).

Dann besuchen wir noch schnell die Tiere auf dem Moritzhof und testen auch den dortigen Spielplatz ein wenig. Akustisch dominiert wird der Spielplatz allerdings von biertrinkenden Erwachsenen, die 10-jährige, mit ihnen verwandte Jungs mit dem Wort Mädchen beschimpfen. Mich gruselt es ein wenig sehr, aber ich komme zu dem Schluss, dass die Kinder immerhin Zeit mit ihren Eltern, Tanten und Onkeln an der frischen Luft verbringen. Es ist unbestreitbar, dass die Werte ihrer Bezugspersonen mit meinen nicht viel gemein haben. Aber immerhin besteht Interesse an gemeinsamen Aktivitäten. 
Also fange ich kein Gespräch über Genderfragen und gewaltfreie Kommunikation an, sondern entscheide, dass wir gehen.

Der Himmel sieht eh schwer nach Regen aus. Wir kommen rechtzeitig im Café Niesen an. Es gibt noch einen freien Tisch. Und Kaffee. Und einen Kakao. Und ein Brettspiel. Draußen schüttet es.

40 Minuten später scheint die Sonne und der Himmel könnte kaum blauer sein. April?

Wir sehen fast so hungrig aus, wie der Kerl auf der Wand. Schnell nach Hause! Da wartet vorgekochte Bolognese von der es kein Foto gibt. Sorry, ich musste essen!

Das war unser turbulentes, mega-anstrengendes, wunderschönes Familien-Wochenende in Bildern. Mehr WIBs findet ihr wie immer bei Frau Mierau.

Ich leg mich jetzt schlafen. Morgen folgt ein weiterer Familientag und das Baby schläft sicher nicht wieder so lang!

Tschüss ihr Lieben.
Passt auf Euch auf!

Alles Liebe
Eure Anna

1 Kommentar:

  1. Das hast du toll geschrieben! Ich kann das auch gerade gut nachvollziehen, weil wir selbst erst einen 4. Geburtstag überlebt haben. Die Kinder waren aber super drauf, die dürfen öfter kommen. :)
    Morgen erscheint im Rahmen meiner Blogparade "Motzmontag" ein Beitrag über nervige Besuchskinder. Schau doch mal rein, vielleicht fällt dir auch was dazu ein. :)

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