Freitag, 3. Juni 2016

Zuhause: die Küche

Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass die Firma Innova (mit freundlicher Unterstützung der Firma Burger) länger dazu brauchen würde, in unsere Küche eine drei Meter kurze Küchenzeile einzubauen, als ich benötige um ein Kind auszutragen, ich hätte schallend gelacht. Allein schon, weil ich vor einem Jahr nicht wirklich den Plan hatte, ein zweites Kind zu bekommen. (Woran man sehen kann, was für wunderschöne Überraschungen mein Leben für mich bereit hält.) Durchaus aber auch, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass nach dem komplizierten Part: dem Aussuchen von Fronten, Arbeitsplatte und Geräten etwas noch Komplizierteres folgen könnte. Zumal die restliche Arbeit ja von Profis ausgeführt werden würde!

Fassungslos begeistert von meiner schier unermesslichen Naivität!  

Juni 2015: Nach zwei Besuchen im Küchenstudio und langwierigem geistigen Hin- und Herschieben von Küchenelementen, dem Besuch eines Aufmasstechnikers und einer kleinen Änderung im Plan bestellt der Liebste die Küche. Die Idee: bei ca. sechs Wochen Lieferzeit klappt das mit dem Aufbau der Küche noch vor dem 1. August. Das ist wichtig, weil wir Anfang August in Urlaub fahren und dann ist ja schon fast wieder September - unser Geburtstags-Monat - und da muss man ja dann auch wirklich keine Baustelle mehr im Haus haben. (Rückwirkend bin ich fassungslos begeistert von meiner schier unermesslichen Naivität!)

Juli 2015: zehn Tage vor der Küchen-Anlieferung sehe ich mir den ausgedruckten Plan der Küche an und machen spontan mal einen Kurzsprint ins Arbeitszimmer des Liebsten. Denn da ist ein FEHLER! In der Grafik ist die Unterkante der Dunstabzugshaube bündig mit den Unterkanten der Oberschränke. Das soll so aber nicht, denn sonst versperrt die ausgezogene Haube dem Liebsten den Blick in die Töpfe. 
Ein Anruf bei unserer Sachbearbeiterin, eine Mail, ein Rückruf, ein weiterer Besuch im Küchenstudio und - nun ja, der Liebste hat es so bestellt - er hat es übersehen - ja, die Sachbearbeiterin hat es gegen unseren Wunsch geändert (wieso auch immer??!!!) aber bestellt ist bestellt und so wild ist das dann doch nicht mit der Sichteinschränkung. Also belassen wir es so. Eine durchgehende Unterkante sieht eh hübscher aus.
Entsprechend bestellt der Liebste die Beton-Rückwand für unsere Küche. Augrund der veränderten Höhe der Dunstabzugshaube soll sie jetzt doch einfach die Maße 305 cm x 110 cm haben und keine zusätzliche Stufe auf der rechten Seite enthalten. Das macht auch den Transport in den 4. Stock einfacher.

Kleiner Nervenzusammenbruch

Anfang August 2015: Die Rückwand ist fertig und montiert. Die Küche wird angeliefert, aufgebaut - herrlich! Ok, bei genauerer Betrachtung hat eine Tür eine Delle (wird reklamiert) und die Griffe der Schränke stoßen aneinander, wenn man zwei Türen gleichzeitig öffnet, die nebeneinander liegen, aber nicht in die gleiche Richtung aufgehen - das hätte uns die Küchenplanerin sagen können. Das hätte sie wissen können. Aber ist ja auch kein Drama. Und die Küche sieht so schön aus!

Eine Woche später kommt der Gas-Installateur und schließt unser Gasfeld an. Ganz vorsichtig macht er uns darauf aufmerksam, dass er den Abstand zwischen Dunstabzugshaube und Gasfeld doch etwas knapp bemessen findet. Beim Nachlesen in den jeweiligen Gebrauchsanweisungen wird klar, knapp bemessen ist noch nett ausgedrückt. Der Mindestabstand ist um fast 10 cm unterschritten. Das ist ein Sicherheitsrisiko. Und ein fetter Fehler der Küchenplanerin! 
Kleiner Nervenzusammenbruch. Dann wieder eine Mail an das Küchenstudio. 
Es folgt: Schweigen im Walde.
Keine Antwort.
Tage lang.
September 2015: Also auf ins Küchenstudio. Dort trifft der Liebste auf den Kollegen der Sachbearbeiterin. Der versteht das Problem sofort. Räumt den Fehler ein. Verspricht eine Lösung.
10 Tage später: Die Lösung: Erstmal müssen Dunstabzugshaube nebs Oberschrank runter. Sonst können wir nicht kochen. Wird erledigt. Der Küchenmonteur kommt. Wir verteilen in Folge den Inhalt des besagten Oberschranks wieder in der Wohnung. Nicht schön, aber selten. Ein neuer Oberschrank ist bestellt. Aber die Lieferung braucht noch Zeit. War klar.

Und wieder Schweigen im Walde.

Bleibt noch das andere Problem: die Rückwand. Die ist maßgefertigt für eine durchgehende Unterkante. Wenn die Haube jetzt, wie ursprünglich geplant höher hängt, hat unsere Rückwand eine Lücke. So war das nicht gedacht. Das ist auch nicht unsere Schuld sondern ein Planungsfehler des Küchenstudios. Eine neue Rückwand bitte!

Und wieder Schweigen im Walde. Na super. Nach mehreren unbeantworteten Kontaktversuchen seinerseits, ersetzt der Liebste in einem besonders lichten Moment den Namen der Sachbearbeiterin in der Firmen-Mail-Adresse gegen den Namen des Filialleiters. Hurra! Schon am nächsten Tag ein Rückruf. Der Filialleiter versteht. Er könne das nicht allein entschieden, aber er werde sich für uns einsetzen.
Mitte Oktober 2015: Endlich das OK vom Küchenstudio. Sie bestellen für uns eine neue Beton-Rückwand.
Schade nur, dass das jetzt wieder in den Aufgabenbereich unserer Küchenplanerin fällt. Denn dank ihres enormen Organisationstalents geht der Auftrag dann doch schon Anfang November raus.

Ein neues Jahr beginnt

Januar 2016: Wir räumen unsere Küche mal wieder aus. Denn die neue Rückwand wird geliefert, die alte demontiert, die neue montiert und dann sollen auch noch die neuen Oberschränke aufgehängt werden. Hurra! Fast geschafft!

Alles läuft super. Bis der Küchenmonteur feststellt, dass zu der bereits vorhandenen Tür mit Scharnier links ein Korpus mit Scharnier rechts geliefert wurde. Er montiert ihn trotzdem - weil wir unser Zeug dann wenigstens einräumen können - aber ohne Tür. Außerdem fehlen noch Stifte für einen Einlegeboden und schon wieder hat eine Tür eine Delle. Es wird wieder nachbestellt. Die Lieferzeiten von Burger-Küchen kennen wir ja inzwischen...

Februar 2016: Der Küchenmonteur steht vor der Tür. Ok, er wollte noch mal anrufen, um uns mitzuteilen, ob er kommt, aber immer nur herein. Man kennt sich ja inzwischen. Für den fehlenden Anruf gibt es allerdings einen Grund: Er hat eine neue Tür im Gepäck und die Stifte - leider aber keinen Korpus. Denn der wurde defekt angeliefert. Er hat es gleich beim Auspacken bemerkt. Der muss also noch mal neu bestellt werden.
Das ist der Moment in dem die im neunten Monat Schwangere ernsthaft mit dem Gedanken spielt, rasch mal zum Küchenstudio zu fahren und den Laden abzufackeln. Durch gutes Zureden, eine Schultermassage und profunde Kenntnisse von beruhigenden Atemtechniken ist sie in der Lage, diesen Schritt zu unterlassen. Erstmal!

Endlich, am 12. April - und keiner hätte damit gerechnet - kommt der Küchenmonteur erneut in unsere bescheidenen Hütte, mit dem fehlenden Korpus im Gepäck, bringt ihn an und wir verabschieden uns herzlich. Ich würde mich wirklich freuen ihn wiederzusehen - unter einer Voraussetzung: außerhalb unserer Wohnung!

Ein dreifaches Hoch auf die Firma Innova in Kooperation mit Burger Küchen. Es ist vollbracht. Wir haben eine neue Küche. Und schön ist sie geworden. Das zumindest. Aber da haben wir ja auch ein Wörtchen mitgeredet.

Ab jetzt ärgere ich mich nicht mehr, sondern freue mich an unserer Küche und rückwirkend jetzt langsam auch über die Story an sich, die ich zumindest zu einer hübschen Glosse für meinen Blog verwursten konnte.

Ein klarer Fall für den Freutag!
Alles Liebe

Eure Anna


Anmerkung der Verfasserin dieses Textes: Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass es sich bei obiger Schilderung um die Beschreibung eines Einzelfalls handelt und ich nicht ausschließen möchte, dass man bei der Firma Innova nicht auch mal eine Küche bestellen kann, die dann einfach aufgebaut wird und gut is. Meiner persönlichen Erfahrung zufolge rate ich allerdings nur meinen ärgsten Feinden, eine Küche in der Innova-Filiale in Pankow zu bestellen.

  
Nachtrag: In einer idealen Welt, wäre unsere Küche deutlich vor der Geburt des Wichtels fertig gewesen. In dieser Welt stünde auf dem Tisch ein frisch gebackener Kuchen neben dem Topf mit dem Lavendel, der wahrscheinlich etwas deutlich opulenteres wäre, als noch nicht aufgeblühter Lavendel. In der realen Welt bin ich gerade einfach nur fassungslos dankbar dafür, dass der Wichtel so lange geschlafen hat, dass ich unsere Küche aufräumen und putzen (nein, die sieht nicht immer so aus) konnte und dann tatsächlich noch Zeit hatte, die Fotos zu machen. Danke lieber kleiner Wichtel! Das war wirklich sehr nett von dir!

Kommentare:

  1. Uff! Da wäre ich wohl auch ein bisschen ausgerastet! Ich bin froh dass in unserer Wohnung eine schöne Küche drin war. Aber die Betonrückwand finde ich der Hammer! Wir haben eine dunkelrote Glaswand die ich ziemlich hässlich finde. Die wird aber bald optimiert ;-)
    Liebe Grüße, Sandy

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  2. was lange währt... sehr gut geworden! Viel schöne Zeit mit und in Eurer Küche wünsche ich und opulente Kuchen! :-)
    liebe Grüße von Petra

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