Dienstag, 8. März 2016

Damals und heute

Kurz nach meinem 30. Geburtstag hab ich mir meine heißgeliebte, treue Bernina Bernette 82e gekauft. Kurz darauf begann ich zu stümpern. Ich war nicht clever genug, um im Netz nach Tutorials oder Freebooks zu suchen. Also hab ich frei Schnauze angefangen. Entstanden sind einige höchst fragwürdige Täschchen und anderes Gedöns, dass ich heute höchstens noch beschämt mit der Kneifzange anfassen würde. Aber nach und nach wurde das Ganze besser. Spätestens, als ich schwanger wurde und anfing, für den Zwerg zu nähen.
In wenigen Wochen werde ich zum zweiten Mal mit einem Baby auf dem Arm aus dem Krankenhaus nach Hause kommen.  Deshalb habe ich in den letzten Wochen die Babysachen vom Zwerg wieder hervorgekramt und dabei einige Kisten geleert, deren Inhalt mich auf eine Zeitreise geschickt hat. Einige selbstgenähte Stücke hielt ich in den Händen und - nun ja - scheinbar konnte ich mir in den vergangenen viereinhalb Jahren etwas beibringen. Zum Vergleich: heute:


Und jetzt damals:
Zu den ersten Werken gehörte meine Wickeltasche (ich meine die rote - und es gibt einen Grund, warum ich sie Euch nicht von Innen gezeigt habe) und der hübsche, bunte Bezug für die potthässliche Krabbelrolle, die uns Freunde überlassen hatten.

Potthässlich - sagte ich doch! Über meine selbstgenähte maßgeschneiderte Hülle für das türkis-beige Monster muss ich heute dann doch ein wenig schmunzeln. Kraut und Rüben - aber hey - aller Anfang ist schwer. Und zumindest hat das mit dem selbstgebastelten Schnitt halbwegs hingehauen. Die linke Seite darf man sich halt nicht anschauen! Sehr witzige Konstruktion aus Gummibändern und Druckknöpfen!
Außerdem hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dem kleinen Mann in meinem Bauch eine bunte Patchwork-Decke zu nähen. Dafür, dass ich von Tuten und Blasen so was von überhaupt keine Ahnung hatte, ist sie gar nicht so übel geworden. Allerdings gilt auch hier: man darf sie nicht zu genau ansehen. Und ich darf nicht zu sehr daran denken, wie unsauber ich zugeschnitten habe und wie sehr ich mir damit ein Bein gestellt habe. Büschelweise graue Haare hab ich dank dieser Decke! Und mit Patchwork-Arbeiten wollte ich erstmal nichts mehr am Hut haben.

Aber so richtig konnte ich das nicht auf mir sitzen lassen und so hab ich mich dann letztes Jahr doch noch mal dran gewagt. Ich hab mich vorher aber schlau-gelesen und viel genauer zugeschnitten. Eine Kissenhülle entstand - von der ich Euch leider nur einen Ausschnitt zeigen kann, weil ich Fotostoff vernäht habe.

Erkenntnisgewinn: bei genauem Zuschnitt treffen die Ecken tatsächlich aufeinander. Geht doch!

Und jetzt, da ich eine Erbse erwarte, fand ich, dass auch die eine eigene Decke haben muss. Unbedingt! Wie soll ein Baby auch ohne eigene Patchwork-Decke überleben? Echt jetzt! Ich gestehe, ich hatte Angst. Vor allem vor dem Binding - und irgendwie auch mit Recht! Nerviger Frickel-Kram - weshalb ich geschummelt und die Maschine genommen habe - sonst wäre die an Silvester noch nicht fertig gewesen - aber ich muss gestehen, dass das Nähen der zweiten Patchwork-Decke nicht halb so traumatisierend war, wie das der ersten. Muss ich jetzt nicht ständig machen. Und ich hab auch ganz sicher nicht die Geduld für aufwändige Muster oder schnörkelige Nähte zum Verbinden von Vorder- und Rückseite (das Nähen im Nahtschatten der Quadrate hat mir voll und ganz gereicht!) und mit absoluter Sicherheit nicht für ein Binding, dass ich von Hand annähe - aber die Decke kann sich sehen lassen, finde ich.
Und ich freu mich schon darauf, wenn mein Baby auf ihr rumrollt oder ich es damit zudecke...

Meine kleine Näh-Historie verlinke ich zu HOT, zum Creadienstag und zu Made4BOYS, denn ja, es wird wieder ein Junge!
Und ich werd jetzt mal ausprobieren, ob ich mit meiner Monster-Kugel überhaupt noch an meinem Nähplatz passe. Wünscht mir Glück.

Ich wünsch Euch alles Liebe
Eure Anna

Kommentare:

  1. Toll! Handgemachte Sachen müssen nicht immer perfekt sein. Es ist einfach schön, wenn viel Liebe drin steckt die man jedes Mal spürt, wenn man sie verwendet! Und es ist natürlich auch schön, wenn man sehen kann, wie sich die Qualität der genähten Dinge verbessert hat!
    Viel Freude mit der Erbse und ihrer Decke!
    Liebe Grüße!
    Kerstin

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  2. Hachja..
    also Patchwork ist echt nichts für mich... undenkbar, dass die Ecken wirklich aufeinander passen könnten.. nönönö.. kann nich sein!
    allerdings braucht so ein Würmchen wirklich eine PAtchworkdecke.. genäht von Mama..
    da muss ich also irgendwann doch auch durch XD

    Viele liebe Grüße

    Franzy

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  3. Liebe Anna, wie schön, dass du uns an deiner Nähgeschichte Anteil nehmen lässt. Wenn ich an die Decke denke, die ich vor 34 Jahren für meine Tochter genäht habe ( es gibt sie aber noch & ich habe sie auch einmal im Blog gezeigt).
    Deine Babysachen sind sehr inspirierend, denn hier wird auch rot-balu-weiß favorisiert ( siehe Lenkertasche heute )! Ab morgen hänge ich hoffentlich noch rechtzeitig an den Maschinen...
    Dir alles Gute für die letzten Wochen!
    Herzlichst
    Astrid

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  4. 😂 So haben wir doch alle angefangen. Du bist also nicht alleine und ja: ohne Patchworkdecke kann ein Baby nicht leben.
    Gruß Frau Käferin

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  5. Dein Lernerfolg gibt dir recht, denn die Decke ist ein Traum.
    Herzlichst Ulla

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  6. Liebe Anna, die Decken sehen beide toll aus. Was hast du für innen drin benutzt?
    Liebe Grüße, Uta

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    1. Liebe Uta,
      beides Rückseiten waren in ihrem früheren Leben Fleecedecken vom Möbelschweden.
      LG Anna

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  7. Vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
    LG, Uta

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