Freitag, 8. Mai 2015

Ein Freutag ohne Gläser

Gestern wollte ich eigentlich endlich endlich Gläserdeckel mit Gummitieren bekleben und mit Goldlack besprühen... war schon länger in Planung. Da ich diese Woche, dank des garstigen Karpaltunnelsyndroms im rechten Handgelenk nur beschränkt einsatzfähig bin, dachte ich, sprühen geht grade noch so!
Jedes mal wenn ein halbwegs ansehnliches Glas leer ist, wasche ich es liebevoll ab - oder meine Spülmaschine - ist ja fast das Gleiche! und dann stelle ich es auf den Kühlschrank, um es später wegzuräumen. Später ist in diesem Fall gleichbedeutend mit nie. Das wiederum nervt meinen Liebsten so sehr, dass er es sich zur Gewohnheit gemacht hat, in regelmäßigen Abständen Gläser in den Keller zu tragen.
Ich dachte mir also, ich mache dem Liebsten eine Freunde, trage alle Gläser in den Hof (was nach läppischen 45-60 Minute sicher auch getan gewesen wäre - sind ja höchstens 300 Gläser), sortiere sie noch mal, schnappe mir ein paar zum Tiere drauf kleben und Besprühen, stelle 10 oder höchstens 20 zurück in den Keller (allein schon, weil ich sonst noch eine knappe Stunde mit Gläser-die-Treppe-Runtertragen beschäftigt gewesen wäre) und der Rest wandert ins Altglas.
Soweit der Plan.

Ich steige also todesmutig über den Bauschuttberg hinter dem ich die Kellertreppe erinnere (gesichtet wurde die schon länger nicht mehr), finde sie und steige die 12 Stufen an der Efeu-bewachsenen Wand hinunter, schließe die Kellertür auf, Licht an und so weiter und so fort. Endlich stehe ich in unserem Kellerabteil. Ich gehe in die Ecke, in der sich nach Aussage des Liebsten die Gläser befinden. Ich denk noch so: "Ok, das sind echt viele." und "Wow, sind das noch mehr?!", greife in eine Bananenkiste hinein, um im Halbdunkel des Kellers zu ertasten, ob der Inhalt dieser Kiste auch aus Marmeladengläsern besteht. In dem Moment, in dem ich die Kiste berühre, höre ich ein mittellautes Fauchen: "Ccchhh. Cccchhhh."
Ich mach zwei Schritte rückwärts, eine Kehrtwendung, schließe die Tür zu unserem Kellerabteil nicht, mache auch nicht das Licht aus. Statt dessen verlasse ich so schnell es geht den Keller, hetzte die Treppe hoch und rufe sofort den Liebsten an, um ihm mitzuteilen, dass er den Kammerjäger bestellen muss.

Es kann sein, dass ich unseren Keller nie wieder betreten werde. Denn selbst, während ich das hier schreibe, Stunden später, gekomme ich eine Gänsehaut auf dem gesamten Rücken. Ja, das klingt jetzt tussi-mäßig - aber bei Ratten in der Kiste mit meinen Marmeladengläsern hört bei mir offiziell der Spaß auf. Basta.

Zumindest der Liebste wird sich freuen. Die Gläser können jetzt alle ins Altglas! Und der Post hier wird mit dem Freutag verlinkt - dem Liebsten zu Ehren und Euch zum Amüsement.

Alles Liebe
Eure Anna

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