Dienstag, 28. April 2015

Crêpes gehen immer

findet zumindest der Zwerg. Der Liebste ist zur Hälfte Franzose. Da ist also auch nicht unbedingt Gegenwehr zu erwarten. Und ich? In meiner Kindheit hieß das, was bei uns heute als Crêpes auf den Tisch kommt Pfannkuchen. Meine Mama machte sie wöchentlich - zumindest ab dem Zeitpunkt, an dem mein damals etwa 2 1/2-jähriger Bruder sie "Fantaluu" taufte und auf die Frage, was er heute essen möchte standardmäßig eben dieses Fantasie-Wort laut durch die Bude krakeelte.
Inzwischen bin ich groß und verständig. Damals hat es mich schon gefuchst, dass mein Lieblingsessen (Fischstäbchen) nicht genau so häufig auf dem Speiseplan landete. Rückblickend glaube ich allerdings, dass Pfannkuchen-Zutaten immer im Haus waren und die Haushaltskasse weniger strapazierten. Aber erklär das mal einer 5-Jährigen, die eifersüchtig auf ihren kleinen Bruder ist.

Damals gab es immer selbstgemachte Marmelade zu den Pfannkuchen. Meistens Erdbeere. Später hat meine Mutter auch eine Lauch-Füllung gemacht - eher für sie als für uns.
Bei uns sind Crêpes süß! Der Liebste isst sie meist mit Zimt-Zucker-Füllung, der Zwerg fast immer mit zusätzlichem Apfelmus und ich am allerliebsten mit der selbstgemachten Kirschmarmelade meiner Mutter (sie hat ihr Repertoire erweitert) oder ich bediene mich der Zwergenfüllung.

Ich erinnere mich an ein Wochenende, an dem mein Vater mit uns allein war. Er versuchte Pfannkuchen zu machen. Sie waren 5 mm dick und brachen beim Rollen. Er hat das, soweit ich weiß, nie wieder versucht.
Vielleicht schick ich ihm den Link zu diesem Rezept hier. Das ist nämlich die Geling-Garantie!

Man nehme (für 4 Crêpes):
1 EL Butter
1 Ei
1 Prise Salz
1 EL Zucker
85 g Mehl
170 ml Milch (kann lauwarm, muss aber nicht)

(Falls ihr viele Crêpes hintereinander weg backen wollt, den Ofen auf knappe 50° Grad vorheizen und die fertigen Crêpes darin warm halten.)
Die Butter in einer beschichteten Pfanne schmelzen. Inzwischen das Ei mit Salz und Zucker verquirlen. Pfanne vom Herd nehmen. Das Mehl nach und nach zum Ei geben (das vermeidet Klümpchenbildung) und mit dem Schneebesen unterrühren. Wenn der Teig zähflüssig wird, etwas Milch zugeben und unterrühren. Jetzt peu a peu das restliche Mehl unterrühren. Anschließend nach und nach die restliche Milch unterrühren. Zuletzt mit einem Teigschaber die geschmolzene Butter aus der Pfanne in die Teigschüssel wischen und noch ein mal rühren.

Ein Viertel des Teigs in die beschichtete, heiße Pfanne geben, die Pfanne schwenken bis sich der Teig gleichmäßig verteilt hat und kurz warten. Wenn der Rand leicht gebräunt ist, Crêpe wenden. Wenn die zweite Seite auch gebräunt ist, essen.
Guten Appetit!

Seit ich mich an dieses Mischverhältnis halte, gelingt sogar der erste Crêpe. Und der geht ja angeblich immer in die Hose.

Viel Spaß beim Backen
und
einen schönen Creadienstag Euch!
Eure Anna


PS: Mein Bruder ernährt sich inzwischen vorwiegend vegetarisch. Fragt man ihn, was er essen möchte, glaube ich allerdings, dass die Antwort Ente à l`orange ist.

Kommentare:

  1. Liebe Anna,
    so schön wie deine Crêpes ausschauen ist es doch kein Wunder, dass der Nachwuchs diese gerne isst. Schon der Anblick - super lecker!
    Liebe Grüße,
    Sabine

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  2. Mmmmh, jetzt bekommen ich Lust auf Crepes. Die gabs bei uns zwar nie, aber andere süße Schweinereien wie Kirschenmichel oder Arme Ritter.
    GLG Johanna

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