Sonntag, 23. November 2014

Stadt // Land // Essen

November! Das ging schnell. Herbst? Winter! Und Laura und ich sind jetzt weniger unterwegs.
Mehr zuhause. Machen es uns gemütlich. Essenseinladungs-Saison!


Das ist eine Aubergine.


Wenn Du zu mir sagst: "Ich hab hier `ne Aubergine. Was willst Du damit kochen?", dann hätte ich darauf folgende Antwort:
Ich könnte sie halbieren und rautenförmig einritzen, anschließend mit einer Gewürz-Öl-Mischung bestreichen, 40 Minuten backen und dann mit Bulgur-Salat und Jogurt toppen.



















Oder ich halbiere sie, höhle sie aus, koche eine Auberginen-Tomaten-Hackfleisch-Sauce, die ich in die ausgehöhlten Auberginenhälften fülle. Anschließend werden die gefüllten Auberginenhälften gebacken und 10 Minuten bevor sie fertig sind noch mit Feta bestreut.


Ich könnte sie aber auch in Scheiben schneiden und geölt und gewürzt backen oder braten und mit Tomatensauce und Mozzarella geschichtet zu einer Melanzane verarbeiten.


Alternativ könnten sie gegrillt, gemeinsam mit Knoblauch, Parmesan und Zuccini auf einer Pizza thronen.


Oder in einem Curry gemeinsam mit Pilzen und viel Thai-Basilikum in Cocosmilch baden.
Oder doch frittiert in einem Falafel-Makali-Sandwich?...

Bevor ich nach Berlin gezogen bin - und da hab ich auch schon viel gekocht - hätte ich wahrscheinlich ein wenig ratlos mit den Schultern gezuckt.

Das liegt nicht daran, dass ich erst hier angefangen habe freiwillig Auberginen zu essen oder seit ich hier wohne Kochbücher auswendig lerne, sondern viel mehr an der Fülle der kulinarischen Angeboten, die diese Stadt auch für den schmalen Geldbeutel bereit hält.

Ich habe in den fünf Jahren, in denen ich hier leben so viel (mittelmäßiges aber auch) großartiges vietnamesisches, japanisches, arabisches, libanesisches, ... Essen ausprobierten dürfen.
Ich fühle mich so bereichert durch diese vielen kulinarischen Eindrücke und Inspirationen.
Wenn ich jetzt eine Aubergine in den Händen halte, denke ich: "Israelisch oder lieber Thai? oder doch besser italienisch?

Und manchmal wenn ich den Zwerg frage was er gern essen möchte, antwortet er, obwohl er sich aktuell nahezu ausschließlich von Wiener Würstchen, Schokolade und Maja-Jogurt ernäheren würde, wenn man ihn nur ließe, spontan: Sushi.
Und er weiß, dass er Reis mit Sauce mag - und es ist ihm egal, ob es vietnamesische oder indische Sauce ist. Ich finde das toll. Seine Welt ist seit Tag 1 bunt. Es gibt Menschen unterschiedlichster Couleur und die kochen und essen die unterschiedlichsten Sachen.
Er wächst damit auf. Das ist seine Normalität. Und das macht mich froh. Und es ist ein riesiges Pro, dass mithilft unser Leben in Berlin ohne kindgerechten Riesengarten (dickes fettes Kontra) im Gleichgewicht zu halten.

Und bei Dir so, Laura?

Liebe Grüße
Anna

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