Sonntag, 28. September 2014

Stadt // Land // Nacht

Die Tage werden kürzer. Die dunkle Jahreszeit beginnt. Und Laura und ich beschäftigen uns diesen Monat mit dem großen Dunkel, dass auf jeden Tag folgt.

Lustiges Thema, dass die Frau Kvik da auf den Plan gerufen hat! Was weiß ich schon von Nächten in Berlin? Nüscht. Also zumindest nix über die Sorte Nacht, an die Ihr jetzt so denkt.
Ich bin vor 6 Jahren hier her gezogen. Da war ich 28 und der Party-Phase schon entwachsen. Das war leicht, die war nämlich nie besonders ausgeprägt. Wie auch? Ich war am WE entweder in der Gastro arbeiten (und hatte danach echt keinen Bock darauf (mal leicht überspitzt formuliert:) meinen münchner Arbeitskollegen beim Koksen zuzusehen) oder Theater-spielen und da ich, obwohl ich echt gern tanze, nur Beziehungspartner hatte und habe, die extreme Nicht-Tänzer sind, ... und ab und an, wenn ich ganz viel geprobt, gespielt und gekellnert hatte, war ich heilfroh mal zu hause sein zu dürfen (wenigstens einen Abend in der Woche).


Und jetzt hab ich ein Kind. Zwei Abende pro Woche fallen schon mal mindestens für`s Kellnern weg. Das Kind findet es nicht so toll, wenn es nie von mir ins Bett gebracht wird. Das Kind ist Spätzubettgeher - oft erst gegen zehn. Was soll ich sagen...
Mein Tag beginnt im Schnitt um 7 - weil da der Dachgeschossausbaulärm losgeht. Und denen ist egal, ob ich erst um 3 ins Bett gekommen bin, weil ich nachts gearbeitet habe. Dem Kind auch! Otto Ernst Hesse fand: "Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da" - Da muss ich ganz vehement widersprechen! Es gibt fast nix Tolleres als morgens um 7 ausgeschlafen zu sein. Und das weiß ich so genau, weil ich es fast nie bin. Also ganz ehrlich: wenn ich nachts nicht arbeite, dann schlafe ich!



Berlin nachts erlebe ich also meist nur nach der Arbeit auf dem Rad und dann am offenen Fenster unseres Wohnzimmers.
Dann ist mein Berlin still. Kein Flugzeug, kein Auto, keine Polizei und vor allem (!) kein Baulärm. Vor einer Woche erschreckte mich noch der Kastanien-Donner, der auf das Dach über den Mülltonnen im Nachbarhof nieder ging - unfassbar laut! Und schon wieder vorbei.
Manchmal ganz manchmal feiern die Jungspunde nebenan in der Erdgeschoss-WG ne Party - aber echt selten.



Und in ganz besonders großartigen Nächten läuft mir auf dem Heimweg ein Fuchs über den Weg. Dann grüße ich höflich und freue mich über das verwegene Gefühl im Bauch. Ich hab Jahr auf dem Land verbracht. Meinen ersten freilaufenden Fuchs hab ich in Berlin gesehen.
Verrückte Welt!

Ich wünsche Euch eine gute Nacht!
Alles Liebe
Eure Anna

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