Dienstag, 30. Juli 2013

Ein blööööööööööder Tag

oder
Alles hat seinen Sinn


Ich war geschafft, müde, echt so richtig ko nach meinem letzten Arbeitstag in Berlin. Ich stieg am Donnerstag gegen 12 Uhr müde ins Auto, hoffte inständig, der Zwerg möge bald einschlummern, damit ich auch noch ein Stündchen die Augen zumachen kann...

Ääääääätsch. Nix da, dachte sich mein Leben und mein Liebster fuhr samt Auto und uns in die falsche Richtung - einfach so - bemerkte es und machte, den Schicksalswink missachtend keinen U-Turn sondern bog links ab. Dreißig Minuten später standen wir endlich an der Ampel, die wir durch einen U-Turn in drei Minuten erreicht hätten. Unsere Strecke war gespickt mit Baustellen und Umleitungen.

Der Zwerg war natürlich nach drei Metern eingeschlafen und ich schon am Rechnen: "Wenn ich jetzt sofort schlafe, bekomme ich vielleicht, wenn es ganz gut läuft noch eine gute Stunde Schlaf - und muss dann noch gute drei Stunden den Clown geben, damit der Muckel im Auto nicht vor Langeweile hohl dreht..."
Ich konnte aber nicht sofort einschlafen. Als dann endlich die Räder auf der Autobahn gleichmäßig vor sich hin summten, döste ich weg.
Zwanzig Minuten später saust eine Zwergenpranke auf meinen zur Seite gesunkenen Kopf herab.
Ein helles Stimmlein kräht "Mama - auf!" Wieder nix mit Schlafen.

Endlich - nach nicht enden wollenden sechs Stunden Fahrt (davon vier unter Dauerbeschallung durch den Zwerg und diverse Kinder-Lieder-CDs) - sind wir in Bamberg.
Kurze Abendessen-Verschnaufpause - dann bekommt unser Zwerg aus dem absoluten Nichts heraus hohes Fieber. Das löst natürlich das übliche Rätselraten aus: Röteln? Masern? (gehen ja grade rum), oder doch schon wieder Hand-Fuß-Mund-Krankheit? Aber erstmal abwarten!...
Mitten in der Nacht weckt mich ein ohrenbetäubendes Brüllen. Das arme Zwerglein glüht: 40,5° und findet das berechtigter Weise so richtig mies. Glücklicher Weise sind Fieberzäpfchen im Gepäck (die der Zwerg ebenfalls zum Brüllen findet, dann aber wieder einschlafen kann).

Den kompletten Freitag verbringen wir bei 30-37° Grad Außentemperatur und einem Kind das non stop zwischen 38,5° und 40° Grad Fieber hat. Am Samstag verfrachten wir dass immer noch 39,2° Grad heiße Kind ins Krankenhaus. Es stellt sich heraus, dass er eine Halsentzündung hat.
Der Kleine war echt tapfer! Das hat sicher weh getan... und ich schreibe eine Notiz an mich selbst: "Mit dem Zwerg üben, die Frage: "Wo tut es weh?" korrekt zu beantworten!!!"
Das Fieber sinkt und verschwindet schließlich so plötzlich, wie es gekommen ist. Das Kind, Fieber oder nicht, klebt auch den ganzen Sonntag und Montag wie ein kleine warme Klette an mir.
Geschlafen habe ich seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag nie mehr als zweieinhalb Stunden am Stück. Ich gehe endgültig auf dem Zahnfleisch daher.

Ich war ein richtig langes Wochenende in der Heimat, habe die frisch renovierte Kinderstation des bamberger Krankenhauses gesehen (sehr hübsch! - wirklich), aber keinen meiner Freunde getroffen, ich hatte keine Minute für mich und bin noch müder als vorher.
Die Ereignisse der folgenden Nacht fasse ich zu einem Satz zusammen: Toilette verstopft und läuft über...
Endlich Dienstag! Abreise! Hurra!
Noch schnell beim Metzger belegte Brötchen kaufen. Und die, von der Lieblingsnachbarin bestellten Weißwürste.
Ich steige wieder ins Auto, wir fahren Richtung Autobahn...
Plötzlich stelle ich fest: Ich habe die Weißwürste vergessen! Das kann ich der besten Nachbarin von Allen nicht antun! Also zurück zum Metzger!... Ich $%§/!!!>="!
Zweiter Anlauf: Wir sind schon fast auf der Autobahn, da geht unser Auto aus. Einfach so! Mitten auf der Straße! Glücklicher Weise fahren wir gerade auf eine rote Ampel zu und keinen stört es, dass wir plötzlich drastisch an Geschwindigkeit verlieren. Der bester Mann der Welt startet das Auto pünktlich zur neuen Grün-Phase und wir schaffen es bis zur Tankstelle, die zwanzig Meter vor uns liegt, dann geht das Auto wieder aus.

Jetzt sitze ich wieder in der Wohnung meiner Mutter. Der Zwerg schläft selig, der beste Mann der Welt kämpft mit dem Pannendienst an seiner Seite gegen die technische Fehlleistung unseres Autos und ich bin ziemlich erleichtert, dass ich trotz bleierner Müdigkeit gestern noch die Energie aufbringen konnte, die Lieblingsnachbarin anzurufen und zu fragen, ob ich Weißwürste mitbringen soll und sie ja gesagt hat und ich die Würste im ersten Anlauf vergessen habe (wegen der bleiernen Müdigkeit) und wir umkehren mussten und deshalb, nur deshalb unser liebes Auto nicht mitten auf der Autobahn während eines Überholmanövers ausgegangen ist, sondern kurz vor einer Kreuzung, als die Ampel gerade auf rot umschaltete...

Im Großen und Ganzen betrachtet, ist dann nämlich doch Alles immer meistens immer irgendwie für irgendwas gut. Man muss nur genau hinsehen!

In diesem Sinne wünsche ich Euch
alles Liebe, Gesundheit und einen gesegneten Schlaf

Eure Anna

1 Kommentar:

  1. Liebe Anna,
    was für eine Geschichte. Hoffe, Euer kleiner Mensch ist wieder total fit und das Auto hatte nur einen unspektakulären und nicht kostenintensiven Schluckauf.
    Schlaf wünsch ich Dir.
    Alles Liebe von Nina

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