Freitag, 29. März 2013

Mein Wohn-Projekt

In meinem Leben gab es drei wichtige Wohnungen.

Meine erste eigene Wohnung - in München: 24 qm klein und abgesehen von meinem 
geliebten Spiegelschrank und meiner Kommode passten gerade noch ein Bett und ein 
Mini-Tisch mit 2 Stühlen rein. 












  

Sie war klein, gemütlich, voll mit hellem Holz und bunten Postkarten und türkis in allen 
Schattierungen.

Dann bin ich zu meinem Freund nach Berlin gezogen. Der wohnte in einer 100 qm-Altbau-
Wohnung fast ohne Möbel (die waren gerade alle ausgezogen) und ohne ein einziges Bild 
an der Wand, dafür mit einem Küchentisch auf einem alten Nähmaschinentisch-Gestell 
und einem kleinen Kronleuchter. Er hatte sogar eigene Grünpflanzen und seine beiden 
Reisekoffer, die aufeinander gestapelt im Wohnzimmer standen, haben auf meinen 
Lederkoffer vom Flohmarkt bereits gewartet...  
  

Erst war es ein wenig leer, hallte etwas, aber dann kamen meine Möbel und ein neues Sofa 
und Kissen für`s Sofa, Vorhänge und die alte Tür, die wir mit rotem Tafellack angemalt und 
von hinten beleuchtet an der Stirnseite unseres Esstisches an die Wand geschraubt haben. 
Es war hell, ordentlich, hatte, abgesehen von den 2-3 Mädchenplüsch-Sachen, von denen 
ich mich keinenfalls trennen wollte, eine klare Linie.

Und dann wurde ich schwanger.

Und ich habe gelesen, dass Babys rot und orange am liebsten mögen und kräftige Farben 
sowieso und ich wollte es fröhlich und kindgerecht und wir mussten eh umräumen, damit 
ein Kinderzimmer platz findet (nicht dass direkt nach der Geburt eins gebraucht würde, 
aber man kommt mit Kind ja nicht mehr so einfach dazu, mal eben sein halbes Haus 
umzubauen).

Also wurde unser Schlafzimmer zum Ess-/Wohnzimmer und unser Wohnzimmer, das sich 
über zwei Räume (mit Durchbruch in der Wand) erstreckte, zum Schlaf und Kinderzimmer. 
Der Durchbruch wurde großteils verschlossen und unsere rote Tür, die Ihren Platz verloren 
hatte, abgeschliffen und weiß gestrichen und erfüllt jetzt wieder ihren ursprünglichen Zweck 
als (Schiebe-)Tür.

Und dann kam BUNT:

Ich begann zu nähen. Die gelben Vorhänge für`s Kinderzimmer, die bunten Kissen, die 
Patchworkdecke in rot-weiß-blau - alles schön! Dann kamen die Spielsachen - ordentlich 
im Regal... 




Inzwischen ist unser Zwerg 1½ Jahre alt und wenn man unsere Wohnung betritt, sieht man 
am Ende des Gangs seine kunterbunte Spielecke im Wohnzimmer, in der Küche gibt es 
Plastikgeschirr in allen Farben des Regenbogens und sogar unser Bett mit der ruhigen 
cremefarbenen Bettwäsche wird dominiert durch seine grell-orange...

Mein Projekt: 
unsere Wohnung soll bunt bleiben und punktuell gerne noch bunter werden, aber wieder 
zur Ruhe kommen!
Wie, was und wohin weiß ich noch nicht so genau, aber kommt Zeit, kommt Rat und bis 
ich klar sehe, werd` ich einfach weiter backen, kochen, basteln und nähen. Und Euch über 
die Schulter schauen lassen...
Ich hoffe, Euch freut`s.

Liebe Grüße
Eure Anna