Samstag, 15. April 2017

Der Tisch ist gedeckt,

die Eier gefärbt und versteckt, das Hefegebäck gebacken und die obligatorischen Geschenkchen für die Nachbarn vor deren Türen gelegt.
Dieses Jahr habe ich mich wieder der Servietteneier bedient - und ich hatte es damit besonders leicht, da ich Servietten gefunden habe, bei denen ich einfach am abgebildeten Ei entlangnähen konnte. So schnell und so ein schönes Ergebnis. 

Jetzt bin ich rechtschaffend müde. Morgen startet einer unserer Jungs mit großer Wahrscheinlichkeit sehr früh in den Tag - entweder der Kleine, der wirklich sehr früh eingeschlafen ist oder der Große, weil er vor Aufregung ob des Hasenbesuchs nicht mehr schlafen kann - oder einfach beide.

Drum mach ich jetzt den Computer zu und das Licht aus und wünsche von ganzem Herzen frohe Ostern!

Alles Liebe
Anna

Mittwoch, 12. April 2017

12 von 12 l im April 2017

Startschuss nach einer häufig unterbrochenen Nacht um fünf Uhr - das Baby wimmert und hustet. Um kurz nach sechs habe ich die Idee vom wieder einschlafenden Wichtel und seiner friedlich schlummernden Mutter aufgegeben. Statt dessen wecke ich den Kindsvater, übergebe das Baby für eine Runde Spielspass mit Papa (denn das geht glücklicher Weise) und haue mich noch mal für 45 Minuten hin. Doofe doofe Nacht!
Als ich mich um halb acht aus dem Bett schäle, regnet es. Grrrrrr.

Der Wichtel hat die Bügelperlen wiederentdeckt. Statt süßer Häschen - wo sind die wohl abgeblieben??? - Ninjago. Nun ja, hauptsache er hat Spaß!

Frühstück. Einhändig. Mach ich doch mit links! Rechts wird vom schlafenden baby blockiert. Sehr witzig! JETZT schläft er. (Foto auch mit links - ergo verwackelt.)

Dann Abmarsch für den Wichtel und mich in Richtung Kita. Die Eingewöhnung läuft schleppend. Es könnte daran liegen, dass der kleine Mann nicht richtig fit ist. Oder daran, dass er denkt, die Welt geht unter, wenn Mama nicht in der Nähe ist. Oder beides. Jedenfalls wird mir wieder klar, weshalb alle Nachbarn vor neun Monaten dachten, ich hätte ein Schreikind. der Kitaflur ist locker 20 Meter lang und ich kann ihn hören. Laut. Empört. Verzweifelt. Es ist schrecklich.

Nach furchtbaren zwanzig Minuten darf ich wieder zu ihm gehen. Weitere fünf Minuten braucht er, um zu begreifen, dass ich wirklich da bin. Dann krabbelt er vergnügt los und spielt mit den anderen Krabblern und den coolen unbekannten Spielsachen.

Ich bin sehr froh, dass dieser Teil des Tages abgehakt ist. Und es regnet nicht mal. Und ich freu-wundere mich mal wieder über die obskuren Zu-verschenken-Stapel in unserer Strasse.

Und ich freue mich an den Baumbeeten, die unsere schrullige Nachbarin mit dem ultra-grünen Daumen angelegt hat. So schön!

Der Wichtel klappt müde zusammen. Zahnen + Erkältung + Eingewöhnung + miese Nacht - wen wundert`s. Ich würde mich ja gern dazu legen. Aber ich muss Mittagessen kochen. Der Liebste ist mit dem Zwerg bei der Schuluntersuchung und beide sind sicher hungrig, wenn sie nach hause kommen!

Ich bekomme einen Anruf vom Zwerg. Er ist schulreif!!! Er platzt fast vor Stolz. Ich beschließe zur Feier des Tages Crêpes zu backen. Klar, dass mir einer verbrennt, weil der Wichtel wach wird...

Wir Großen und der Wichtel essen Reis mit langweiligem Thai-Curry - der Versuch mit einer Fertig-Sauce zu kochen ist ganz offiziell als gescheitert anzusehen! Anschließend darf ich noch mla zwanzig Minuten schlafen. Der Liebste ist einfach der Beste! Dann exe ich ne Tasse Kaffee und wir holen die Zwergenfreundin aus der Kita ab. Zuhause gibt es für mich noch mehr Kaffee und für die Kinder einen Obstteller und den letzten Crêpe mit Zimtzucker.

Der Wichtel ist müde aber total aufgeräumt. Der mag das ja total, wenn große Kinder die Hütte rocken. Er wichtelt fröhlich vor sich hin, zermatscht Trauben, kriecht rum, hat eindeutig Spaß.

Ich auch, denn die Großen wollen mit mit Verstecken spielen. Ich verstecke mich so mies, dass ich selbst drüber lachen muss und mich dadurch verrate. Danach bauen wir eine Höhle, spielen ein Brettspiel und dann kommt die Mama der Freundin nebs kleinem Bruder und die Mütter trinken noch mehr Kaffee und schnacken ne Runde.

Der Wichtel klappt zusammen. Wir essen. Der Wichtel wird halbwach, wird umgezogen und ins Bett gebracht. Der Liebste liest dem Zwerg Asterix vor und pennt im Anschluss selbst ein. Ich blogge und fürchte mich ein wenig vor der Nacht. Und der Eingewöhnung morgen. Aber vielleicht gehe ich auch besser zum Kinderarzt. Bei "Baby reibt sich das Ohr" weiß man ja nie so recht... Zahnen, müde oder Ohrenweh... 

Das mit der Eingewöhnung geht mir ganz schön an die Nieren. Der Zwerg war im gleichen Alter so "Mama, ja schon gut, hau ab - ich will spielen"-mäßig unterwegs, dass seine Eingewöhnung in der selben Kita ein Klacks war. Der Wichtel tut sich echt schwer. Und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen soll. Und ich bin verunsichert. Ich weiß, es ist der beste Ort überhaupt. Und ich weiß, dass es ihm nur mit mir zu hause zu langweilig ist. Das merkt man. Und ich weiß, dass ich arbeiten muss und dass das mit ihm nicht klappen wird. Ich werde mir das über Ostern durch den Kopf gehen lassen. Und dann sehen wir weiter. Ach ja - 12 von 12 - meine zu den anderen bei Caro - jetzt erst mal: Gute Nacht. Mir fallen gleich im Sitzen die Augen zu!

Alles Liebe
Anna

PS: Krass! Ich hab das noch gar nicht so recht geschnallt. Der Wichtel ist schulreif. Der wird echt im Herbst eingeschult! Wahnsinn.

Freitag, 7. April 2017

Hurra! Irma ist da!

Und wenn es auch etwas verfrüht ist, so weiß ich doch, dass diese junge Dame, die am Samstag das Licht der Welt erblickte, in die Wichtel-Kita gehen soll. Zwar erst nächstes Jahr, aber ein Foto-Buch gehört in dieser Einrichtung nun mal zur Grundausstattung! Und wo ich doch das Schnittmuster noch rumfliegen hatte und die Stempel noch nicht verräumt waren...

Ich mag die ja gern! Mit dünnem Volumenvlies gefüttert fassen die sich so schön an!
Stoffe: Blümchenstoff von Tilda, Pünktchen vom Stoffmarkt
Und wieder mit Stoffmalfarbe auf Snappap gestempelt.
Ab zum Freutag.
Ein neuer Mensch. Wahnsinn!

Alles Liebe
Anna

Mittwoch, 29. März 2017

Heute vor einem Jahr

war ich ganz besorgt, wie es mit Deinem großen Bruder und der Oma bei uns zuhause klappen würde - ohne Mama und Papa. Ich fuhr mit einer riesigen Tasche ins Krankenhaus - in dem Wissen, dass ich heute mein Baby kennen lernen werde. Kaum lagst Du in meinem Arm, war ich so verliebt. Und ich bin es noch. Mehr sogar. Denn ich durfte jetzt schon ein ganzes Jahr mit Dir verbringen. Ich habe Dich gehalten, wenn Du schliefst, gestillt, wenn Du Hunger hattest und jedes Zucken in Deinem Gesicht beobachtet. Ich habe Dich getröstet, mit Dir gespielt, Dich getragen, Dir tausend Dinge gezeigt, mit Dir gelacht. Ja, ich liebe Dich seit der ersten Sekunde. Und jetzt noch mehr als damals, weil ich Dich kenne. Und Du bist ganz großartig!

Heute wirst Du ein Jahr alt. Ich bin fassungslos, wie schnell dieses Jahr vorbei ging. Und ich bin schwer beeindruckt von Dir, kleiner Mann. Von deinem kleinen sturen Kopf, der kunstvoll-bebenden Schnute, die Du ziehst, wenn Du sauer bist, deiner unbändigen Fröhlichkeit, deinem Lachen, Deiner Zärtlichkeit und dieser Begeisterungsfähigkeit für Zärtlichkeiten überhaupt. Dein kleiner Arm, der sich um meinen Hals legt, wenn Dein Köpfchen Halt sucht... 
Ich finde Dich toll! Und ich finde uns als Familie toll. Dein großer Bruder und du - ihr zwei zusammen - ein Knaller. Die strahlenden Augen von Dir, wenn Du Papa siehst - und umgekehrt.

Danke, dass Du den Weg zu uns gefunden hast, mein Wichtelkind. Ich bin so glücklich, Deine Mama zu sein. Happy Birthday!

Dienstag, 28. März 2017

Ein Hase für den Hasen l Geburtstagsshirt zum 1. Wichtel-Geburtstag

Das mit dem Nähen ist in den letzten Monaten gehörig zu kurz gekommen. Der Wichtel hält mich auf Trab, der Zwerg hält mich beschäftigt, der Haushalt - du kennst das. Immerhin kam ich ab und zu zum Stoffkaufen. Und der muss jetzt natürlich auch vernäht werden!
Aber vor allem gibt es hier im Haus inzwischen Traditionen, die fortgeführt werden müssen. Der Zwerg hat bislang zu jedem Geburtstag ein Zahlen-Shirt bekommen. Die Shirts zum 2., 3., 4. und 5. Zwergen-Geburtstag habe ich hier bereits gezeigt. Das zum 1. Zwergen-Geburtstag habe ich bislang (völlig unbeabsichtigt) unterschlagen - das wird zeitnah geändert!

Jetzt steht der 1. Wichtelgeburtstag ins Haus und hier wurde wieder ein wenig getüftelt, skizziert und Stoffstückchen hin- und hergeschoben. Die Wichtel-Geburt war letztes Jahr am Dienstag nach Ostern und so stand das Hauptmotiv bereits fest: ein Hase musste es sein!

Kaum war das Shirt ausgewählt, die Stoffe ausgesucht, mit Vliesofix versehen und die Einzelteile ausgeschnitten, zieht es mich an die Nähmaschine - tagsüber - mit dem Wichtel im Zimmer. Der krabbelt gut gelaunt im Zimmer rum, entdeckt das Pedal meiner Nähmaschine und ich kann gerade noch ein Näh-Unglück verhindern. Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Also klemme ich mir das Pedal zwischen die Oberschenkel. Geht auch! Aber da habe ich nicht mit dem Wichtel gerechnet. Kaum hab ich mich mit der neuen Technik angefreundet, geht die Nähmaschine plötzlich aus. Der Wichtel hat den Stecker aus der Steckdose gerupft.

Das Shirt wurde dann am Abend fertig genäht. Ein Hase in Latzhose. Eine 1 dazu. Im Ballon. Und das Ganze auf ein grün-weiß geringeltes Kauf-Shirt. Fertig ist das Geburtstags-Shirt. Ich finde es ist erfreulich nah an meiner Skizze dran - also dafür, dass ich den Schnitt der Latzhose, mein halbes Farb-Konzept nach Zuschnitt doch noch mal geändert habe und diesen super fiesen Teddystoff verwendet habe, den ich erst stutzen musste, bevor die Konturen überhaupt zu erkennen waren... (Klingt jetzt anstrengend - hat aber Spaß gemacht!)

Und ich mag die Farben sehr. Und ich mag die Farben sehr am Wichtel. Alles in allem bin ich sehr happy. Deshalb verlinke ich es bestens gelaunt mit dem Creadienstag und HOT.

Alles Liebe,
Anna


Nachtrag: Die Fotos muss ich wohl noch mal machen... die sind ja ganz grau. Da war kein anständiges Licht und das Baby... Und jetzt scheint die Sonne, aber das Shirt ist schon verpackt. Dann bleibt das eben so bis Ende der Woche oder so! Mut zur Lücke!

Freitag, 24. März 2017

Mini-Tutorial l Geschenkverpackung für Babys

Ich habe schon mal angefangen mit dem Einpacken. Sind schließlich nur noch ein paar Tage, dann feiern wir den ersten Wichtelgeburtstag. Der kleine Mann soll natürlich auch beschenkt werden. Es ist nicht unbedingt so, dass er dringend etwas bräuchte. Das Haus ist voll mit Spielzeug. Und am liebsten spielt der kleine Mann eh mit den Sachen, die sein großer Bruder gerade toll findet (was wir leider nicht immer so super finden wegen der verschluckbaren Elemente - nun ja).

Ein paar Ideen, worüber sich der Wichtel freuen könnte bzw. was er brauchen könnte, hatten wir dann doch. Das obligatorische Geburtstagsshirt. Das Fotobuch. Dann hab ich noch ein niedliches Puzzle entdeckt. Der Zwerg hat seine allerschönsten Bauklötze für seinen Bruder zusammengesucht. Eine Vesperdose für die Kita wird es geben...

Das alles will verpackt sein. Und zwar so, dass ein Baby bzw. Kleinkind die Verpackung auch abkriegt. Damit das auch ohne Hilfe klappt, gbt es einen ganz einfachen Trick:

Man nehme: Geschenkpapier in der passenden Größe (nicht zu dick), eine Schere, Klebeband und ein Stück Geschenkband, das etwas länger ist, als das Geschenkpapier.

Den Geschenkbandstreifen mit zwei kurzen Streifen Klebeband mittig auf der linken Seite des Geschenkpapiers befestigen.

Anschließend das Geschenk so verpacken, dass das herausschauende Geschenkpapierstück gut sichtbar ist. Achtung: keinen Klebestreifen über dem Geschenkband anbringen.

Eventuell noch einen kleinen Eye-Catcher anbringen.

Wenn man am Band zieht, zerreißt das Geschenkpapier und das Geschenk kommt zum Vorschein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der Wichtel das hinbekommt. So ein herausguckender Geschenkband-Schnipsel sieht doch fast aus wie eine Kordel von einerm Hoodie oder ein Waschzettel oder... und an all diesen Dingen wird ausgiebigst gezogen! Und ich wüsste so gern, wieso!

Die eine oder andere Kleinigkeit muss ich noch verpacken und mich mit mir selbst auf einen Kuchen einigen - zwischenzeitlich schicke ich mein Mini-Tutorial zum Freutag denn mir sind Leute, die ihre Bücher in der Buchhandlung verpacken lassen ein Rätsel - Geschenke verpacken hingegen, ist mir eine Freude.

Alles Liebe
Anna

Dienstag, 14. März 2017

Selbstgenähtes zum ersten Geburtstag

Unverhofft kommt oft. Und so haben wir entgegen unserer Erwartung für den Wichtel einen Kitaplatz (und dann sogar noch rechtzeitig den passenden Kitagutschein dazu) in unserer Lieblingskita bekommen. Und zwar nicht erst im August sondern jetzt.
Pünktlich zu seinem ersten Geburtstag wir der kleine Kerl jetzt mit der Eingewöhnung starten. Ich fürchte, es wird nicht ganz so einfach gehen, wie mit dem Zwerg. Und das liegt nicht daran, dass der Zwerg so viel unkomplizierter war, als es sein kleiner Bruder ist. Es liegt an mir.
Ich weiß, das dieser kleine Mann mein letzes Baby sein wird. Und ich war auf August eingestellt. Es fällt mir verflixt schwer, ihn so schnell loszulassen. 
Glücklicher Weise halte ich seine Kita für den nettesten Ort im gesamten Prenzlauer Berg. Sie ist klein und kuschelig, riecht irgendwie gemütlich, ist voller extrem zugewander und freundlicher Erzieherinnen, die sich offensichtlich gut leiden können und ihre Arbeit und die dazugehörigen Kinder echt gern mögen.

Wie sein großer Bruder, hat sich der Wichtel nicht auf ein Stofftier oder Kuscheltuch festgelegt und mag Schnuller so gar nicht. Zusätzlich zu einem solchen Übergangsobjekt - falls vorhanden - bittet die Kita um eine Trinkflasche (check), eine beschriftete Vesperdose (kommt), eine Decke (ist in Planung) und ein Fotobuch, in dem nahestehende Menschen und vertraute Dinge abgebildet sind - ein Stück zu hause für die Kita eben.
Für dieses Fotobuch habe ich am Wochenende eine Hülle genäht. Ich weiß, wie intensiv die Bücher vom Zwerg und seinen Freunden beguckt wurden. Und ich erinnere mich, wie zerfleddert die Bücher nach einer Weile aussahen...

Da steht natürlich nicht wirklich "wichtel" - aber ich komme hier ja bislang gut ohne Klarnamen aus und da wollte ich jetzt keine Ausnahme machen. Weil ich schon mal dabei war und finde, dass das ein wirklich schönes Geschenk ist, hab ich der Wichtel-Krabbelfreundin auch noch eine genäht.

Die Namen habe ich mit Textilfarbe auf Snappap gestempelt. Das hat erfreulich gut geklappt, gefällt mir optisch sehr und ist deutlich weniger zeitaufwändig, als die Namen zu applizieren. Und es macht mir sogar noch mehr Spaß!
Jetzt fehlen noch ein paar hübsche Fotos zum Befüllen - also eins vom Wichtel und mir für die Freundin und etwa 20 von Freunden und Familie für das Wichtelbuch... und das alles bis in 10 Tagen. Nichts leichter als das!

Stoffe Fog Whale Dance und Salt Water School: von Cotton & Steel über Frau Tulpe.
Pünktchenstoff vom Stoffmarkt und der Ele-Stoff von vor Jahren bei Frieda Hain - ich hätte mehr davon kaufen sollen!
Schnitt: selbstgemacht.

Die Buchhüllen schicke ich zu Creadienstag und HOT und mach mich mal wieder ans Werk. Es ist noch soooo viel zu tun!

Alles Liebe,
Anna

Montag, 13. März 2017

12 von 12 l im März 2017

Es ist sechs Uhr früh als der Wichtel mich weckt und stillen will. Da ist nichts Ungewöhnliches dabei - das ist so seine Uhrzeit. Dann schläft er weiter - das macht er immer so, mein liebes Inzwischen-Langschläferbaby. Ungewöhnlich ist, dass ich wach bin. Hellwach. Es ist nachvollziehbar, da ich am Vorabend um halb elf zusammengeklappt bin, aber hat Seltenheitscharakter, den ich bin ausgeschlafen und außer mir ist keiner wach. 


Ich kann mich nur sehr vage erinnern, wann das zuletzt der Fall war. Ich feiere diesen angenehmen Start in den Tag mit einer Tasse Kaffee. Dann mache ich die Waschmaschine an und schneide einen vorgezeichneten Schnitt aus.

Aus dem Nebenzimmer höre ich die Zwergenstimme. Ich gehe "Guten Morgen" sagen und nehme ihn mit ins Schlafzimmer - den Wichtel wecken. (ja, ich weiß, Babys wecken ist eine Sünde und es gibt dafür ein extra fieses Eck in der Hölle, aber glaubt mir, der Zwerg ist danach überglücklich, weil sein kleiner Bruder nur direkt nach dem Aufwachen kuschelig ist und mit ihm schmust und der Wichtel liebt es, beim Aufwachen als erstes seinen großen Bruder zu sehen. Außerdem kann der Zwerg ganz wunderbar wachkitzelküssen. Dem Wichtel gefällt das sehr und für`s Mutterherz ist es sehr gut, die zwei Söhne  so glücklich miteinander zu sehen!

Kaum ist Ausgekuschelt, bekommt der Liebste eine Tasse Milchkaffee ans Bett gebracht. Der Wichtel begleitet Papas Aufwachen mit etwas Musik - bis der Liebste vorsichtig darauf hinweist, dass es erst halb acht und Sonntag ist. Tja, wenn man um sechs Uhr aufsteht, ist das Zeitgefühl perdu!

Es wird gefrühstückt. Heute mit Aufbackbrötchen und -Croissants und Smoothie statt Obstteller, denn der wurde am Vortag eher ignoriert.

Nach dem Frühstück flicke ich eine Zwergenjeans. Seit Monaten produziert der junge Mann in ein Loch nach dem anderen und so langsam begann ich mich dafür zu schämen, wie ich mein Kind in die Kita schicke. Hust.

Der Zwerg kämmt inzwischen seine Mini-Fillys und ich rufe innerlich ein freundliches "Fuck gender!" in die Welt.

Die Nähmaschine und ich, wir hatten uns doll vermisst! Deshalb und weil bald der Wichtelgeburtstag ansteht und somit auch eine Wichtelfreundin 1 wird, werden Fotobücher mit Hüllen versehen. Dazu demnächst mehr.

Der Wichtel vermisst mich und kommt kuscheln.

Gegen zwei schaffen wir es dann doch noch vor die Tür. Es ist kalt! Muss das so?

Wir bringen den Zwerg zu einem Freund und gehen kurz in die Arcaden, um ein Geschenk zu besorgen. Ich möchte den Blumenstand leerkaufen, diszipliniere mich aber gerade noch rechtzeitig. Erst aufräumen. Dann Blumen, Anna!

Spontan wird entschieden, beim Vietnamesen zu essen. Das Essen ist hübsch und lecker, das Licht furchtbar - ich habe heute leider keinen weiteren Food-Content für dich. Dafür gibt es zum Schluss noch ein Bild vom vergnügtesten Wichtel aller Zeiten aus dem Kindercafé. Der kleine Racker war nur unterwegs und hat alles ausprobiert, was ihm in die Finger kam. Er hat versucht eine Leiter hochzuklettern - so nach dem Motto: seit vorgestern komm ich Treppen rauf, was soll da schon groß anders sein. Er hat die unterste Sprosse erfolgreich erklommen (10 cm über dem Boden) - danach wurde es dann doch zu schwierig. Oh, und er ist fünf oder sechs Schritte hinter einem Lauflernwagen hergehechtet. Das geht mir alles ein wenig zu schnell gerade! Ich komme da emotional nicht ganz mit. Aber für den Wichtel freut`s mich natürlich wie verrückt.

Das war er dann auch schon der 12. März. Meine 12 von 12 gehen jetzt gleich zu Frau Kännchen, wo ich, falls der Wichtel mich lässt, kurz noch mal gucken werde, was sonst so los war.

Alles Liebe
Anna

Mittwoch, 8. März 2017

#MeinTagohnemich

Während der Mann unter der Dusche steht, werden beide Söhne gleichzeitig wach. Unbemerkt. Einer wimmert, denn er fühlt sich allein, der ander schreit, denn er fühlt sich sehr verlassen und durstig. Es ist kurz nach sieben und der Mann ist völlig durch, denn der Babysohn weckte ihn im Schnitt alle 90 Minuten. Darauf kommt der Mann gar nicht so gut klar. Die drei wurschteln sich so durch den frühen Morgen - Baby trocken legen, 7000 x "Kind, zieh dich jetzt bitte an." sagen - was man halt so macht. 

Dann wird der Große für 2 Stündchen in die Kita gebracht, der Kleine muss dringen eine Runde schlafen, der Mann endlich mal was essen und mehr Kaffee in sich rein füllen - wegen der durchlöcherten Nacht. Eigentlich müsste er jetzt in die Sprecherkabine und Aufnahmen machen. Uneigentlich muss er wieder zur Kita, denn der Große muss zur U9. Und zwar um 12 Uhr. Und das bedeutet, er verpasst das Mittagessen in der Kita. Und er hat sich schon so auf die leckere Suppe von Jan dem Super-Kita-Koch gefreut. Das Kind wird zur Eile angehalten, besänftigt, ihm wird leckerstes, schokoladenhaltiges Essen versprochen und im Schweinsgalopp verlassen die drei das Kita-Gebäude.

Ein Dognut hält die Stimmung hoch und leicht abgehetzt erreichen alle heil die Arztpraxis. Der Große wird zur Voruntersuchung in ein Nebenzimmer gebracht, der Kleine ausgezogen. Dann wird gelesen, gespielt, untersucht und im Anschluss geimpft. Der Große hat plötzlich fies viel Angst vor Spritzen und braucht Trost und ein paar bestärkende Worte (und die Aussicht auf einen kleinen NinjaGo-Lego-Bausatz). Dann dürfen sich alle wieder anziehen (lassen) und die Praxis Richtung Bäckerei verlassen. Der Große braucht mehr Essen, der Mann auch und vor allem Kaffee. Der Kleine will alles, was der Große hat - logisch.

Das wird nix!
Dann verbringen die drei gefühlte 100 Jahre im Spielwarengeschäft, bis sich der Große mit sich selbst auf ein Lego-Dings einigen konnte. Endlich wieder nach Hause!
Mehr Kaffee! und Lego bauen. Nur Lego und Baby - das ist immer wieder eine unerfreulich anstrengende Kombination. Schokolade!
Der Große will jetzt noch zu einem Freund gebracht werden, der Kleine schlafen. Der Mann müsste eigentlich wirklich dringend eine Aufnahme machen, aber jetzt pennt das Baby schon wieder im Kinderwagen statt im heimischen Bett. Das wird nix!
 
Zuhause angekommen muss das Abendessen vorbereitet werden, damit es dann auch halbwegs rechtzeitig auf dem Tisch steht. Im Bad wartet ein mittlerer Wäscheberg auf`s Gewaschen-werden und der Wäschständer im Wohnzimmer darauf, entleert zu werden. Ups, schon wieder sechs. 
Der Große muss abgeholt werden - vorher noch den Reiskocher anschmeißen. Nicht vergessen!
Unterwegs pennt der Kleine noch mal weg. Mist! Jetzt schläft der garantiert nicht vor halb 11. Das war`s dann mit der Aufnahme für heute!
Gegen sieben steht das Essen auf dem Tisch. Nur 30 Minuten später als geplant. Der Große will lieber Marmeladenbrot. Der Kleine will gefüttert werden. Der Mann kommt nicht so recht zum Essen. Egal. Das Gemüse ist eh verkocht.

Ein letzter Kraftakt: den Großen ins Bett bringen! - ihn in den Schlafanzug quatschen, gleichzeitig den Kleinen wickeln und umziehen - ihn zum Zähne putzen motivieren - und dem Kleinen die Beisser schrubben - und zuletzt eine Geschichte vorlesen. In der Theorie schön. In der Praxis gibt es da das Baby. Und das findet an Büchern bislang genau eine Sache witzig: man kann sie zuklappen. Das kombiniert sich nur mäßig gut mit dem Plan, eine Geschichte vorzulesen, weshalb der Mann erschöpft das Licht löscht, um im Dunkeln eine Geschichte zu erzählen. Der Mann schläft als erstes ein. Der Große dann auch. Nur der Kleine kriecht noch im Halbdunkel herum und sucht nach Legosteinen.


Eine Utopie, 
denn natürlich habe ich als Mutter eines 11-Monatigen, dessen Hauptnahrung immer noch Muttermilch ist und alles andere BEIkost, nicht einfach mal für einen Tag eine Auszeit genommen und meine Familie in den absoluten Ausnamezustand versetzt. Das wäre grausam!

Und ich bin unfassbar froh, Teil dieser Familie zu sein. Ich wurde heute mit Küssen, Lachen und Kaffee durch den (zugegebener Weise sehr müden) Tag getragen. Ich habe getröstet, gefüttert, geholfen und mich gefreut, weil Dinge einfach ohne mein Zutun gelungen sind. Innerhalb dieser Familie erhalte ich meist die Anerkennung, die ich brauche und die mir zusteht. Immerhin.


Ich bin dankbar für die Idee der Gleichberechtigung, die in dem Kopf meines Partners Wurzeln schlagen konnte, weil andere Frauen für sie gekämpft haben. Ich hoffe, meinen Söhnen Gleichberechtigung vorleben zu können. Ich hoffe, dass Gleichberechtigung in allen Köpfen ankommt. Und in allen Gehaltsschecks. 

Einen fröhlichen Frauentag - und Danke an Kaiserinnenreich für die Mühe und die Idee! Ich verlinke noch zu Vanessa, denn Mittwochs mag ich Frauen im Allgemeinen und Mütter im Besonderen.
Hier noch der Link zu allen anderen #MeinTagohnemich-Beiträgen.


Alles Liebe,
Anna